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Querdenker: Die Nuss geknackt

Mittwoch, 8. April 2009 15:54

Ob Baumnusspesto, Baumnuss-Senf oder Baumnuss-Tagliatelle, Veiko Hellwig zaubert die tollsten Kreationen aus Nüssen und Wildfrüchten. Den Koch aus Rostock verschlug es nach der Wende in die Schweiz. Im Thurgau fand er seine zweite Heimat, wo er heute mit seiner Familie lebt. Vor ein paar Jahren gab er seinen familienunfreundlichen Beruf auf und kam durch Zufall auf die Nuss.

Angefangen hat er damals mit dem Baumnuss-Pesto. Heute hat sich zu der Nuss eine breite Vielfalt von heimischen Wildfrüchten gesellt. So produziert er Brotaufstriche, Konfitüren, Gelees, Sirups und Säfte aus Schlehe, Holunder, Kornellkirsche, Bergholder, rotem Holder, Mispel und Hagebutte. Diese sammelt er in einem Umkreis von 20 Kilometern, denn Regionalität, Originalität und Ökologie werden bei Veiko Hellwig groß geschrieben.

Sein neuestes Projekt ist die Förderung der Aronia (Apfelbeere) im Thurgau. “Aronia könnte als Nischenprodukt bei den Bauern gut ankommen (…) Die Bodenseeregion bietet ideale Anbaubedingungen für die Beere mit viel gesundheitlichem und kulinarischem Potenzial.

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Querdenker: Der Bregenzerwald und seine Handwerker

Dienstag, 9. Dezember 2008 9:00

Innovation und Fortschritt verbinden wir häufig mit Städtischem, Urbanem und eher selten mit dem ländlichen Raum. Das ist ein Fehler, wie das Beispiel “Werkraum Bregenzerwald” deutlich aufzeigt. Die EU stellte der Region Fördergelder für die Regionalentwicklung zur Verfügung und eine Gruppe engagierter Handwerker nutzte die Chance. Gemeinsam nahmen sie ihre Zukunft und die Zukunft der ganzen Region in die Hand. Es entstand eine enge Kooperation der lokalen Handwerksbetriebe, aus der eine permanente Ausstellung ihrer Produkte, eine Zeitschrift und ein Internetauftritt hervorgingen. Zudem wird alle drei Jahre der Wettbewerb “Handwerk und Form” durchgeführt, zu dem sich Designer und Handwerker aus der ganzen Welt bewerben.

Für die Unternehmerin und Wissenschaftlerin Chirstine Ax, die jahrelang die Zunkunftswerkstatt der Hamburger Handwerkskammer geleitet hat, steht fest, dass “dort, wo Handwerk mit Bildung gepaart wird, wo Quereinsteiger handwerklich tätig werden, wo Anregungen von außen zugelassen werden, da floriert die Region.

Die Marke Bregenzerwald ist heute ein Begriff. Die Produkte verbinden Tradition mit modernem Design und erfahren weit über die Region hinaus eine große Nachfrage. Ein Paradebeispiel für ländliche Entwicklung!

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Die Zukunft des ländlichen Raums

Donnerstag, 20. November 2008 17:50

Nicht nur Städte, sondern auch ländlich geprägte Regionen stehen in einem ständigem Wettbewerb um Unternehmen, Arbeitskräfte und Einwohner. Dörfer haben Angst zum Hinterland großer Städte und zum Naherholungsort der Städter zu degradieren. Der Strukturwandel zeigt sich in zunehmend leerstehenden Höfen und Scheunen, der Aufgabe der kleinen Dorfläden und mangelnden Alternativen für die Bewohner. Während stadtnahe Ortschaften immerhin noch als Wohn- und Erholungsort für in der Stadt beschäftigte dienen, müssen entlegene Dörfer mit einem zunehmenden Bevölkerungsschwund kämpfen. Die Gefahr einer mangelnden Grundversorgung mit Lebensmitteln, Ärzten, Kindergärten und Schulen ist allgegenwertig.

Nun stellt sich die Frage nach der Zukunft des ländlichen Raums. Wohin soll der Weg gehen? Soll unter imensen Kosten in jedem noch so kleinen Dorf eine Grundversorgung aufrechterhalten werden oder müssen wir den Blick von der lokalen Ebene (Dorf als Grundeinheit) auf eine überregionale Ebene lenken und so eine nachhaltige Regionalentwicklung anstreben?

Ein regionalpolitisches Instrument zur Entwicklung des ländlichen Raums stellen die Naturpärke dar. Mit einem Naturpark wird eine ganzheitliche und nachhaltige Entwicklung einer Region angestrebt. Neben der Bewahrung der Kultur- und Naturlandschaft, geht es um die touristische Vermarktung der Region, die Vermarktung regionaler landwirtschaftlicher Produkte und die Schaffung einer regionalen Identität. Ziel ist es die Wertschöfung möglichst in der Region zu halten.

Ein Naturpark kann nur etabliert werden, wenn die Bevölkerung hinter dem Projekt steht. Er lebt vom Engagement seiner Bewohner. Dort herscht allerdings zum Teil die Angst vor einer “Käseglocke”, die über die Region gestülpt wird und schließlich keinen Gestaltungsspielraum mehr für wirtschaftliche Interessen zuläßt. Die Erfahrungen von bereits etablierten Naturpärken zeigen aber, dass die Regionen davon profitieren können.

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“Wer innovativ ist, denkt immer anders”

Freitag, 26. September 2008 16:43

Dieser Titel steht über einem Beitrag von Anita Wyss in der CIPRA INFO Nr. 88/ 2008 und macht deutlich worum es bei der 2. Alpenwoche im Juni 2008 im französischen Pays des Ecrins ging. Unter dem Motto “neues Denken - Neues denken (in den Alpen)” standen Inovationen für die Regionalentwicklung im Alpenraum im Zentrum der Veranstaltungen.

Eine “Innovation” an sich ist nicht per sie etwas positives. Auch die Skilifte und Beschneiungsanlagen galten einst als Innovationen für die Regionalentwicklung im Alpenraum und entpuppen sich heute immer mehr als Relikte der Vergangenheit. Daher hat bei der Alpenwoche auch die Nachhaltigkeit eine bedeutende Rolle gespielt. Zukunftsfähige Ideen müssen nachhaltig sein, sonst entwickeln sie sich schnell zu den Problemen von morgen. Damit zukunftsfähige Ideen entstehen können, sind das Teilen von Wissen und die Ermunterung zum freien Denken auch gegen den Mainstream wichtige Voraussetzungen. Richard Florda spricht hier von Toleranz. Doch genau daran mangelt es oft noch in den Alpenregionen.

Die Idee alleine stellt schließlich noch keine Innovation dar. Denn wie schon der Psychologe M. Csikszentmihalyi feststellte, geht “jede kreative Idee (…) unbemerkt verloren, wenn sie nicht von einem empfänglichen Publikum wahrgenommen und umgesetzt wird.” (siehe Artikel vom 24.09.08) Das Suchen nach Verbündeten und Partnern, das Aufbauen eines Netzwerks und das Schaffen von Vertrauen sind daher Grundvoraussetzungen für die Umsetzung von Ideen. Ideen sind nur dann zukunftsfähig, wenn sie von der ganzen Bevölkerung mitgetragen werden.

Intelligente Regionen sind gefordert, Regionen, die verstehen, dass die wichtigste regionale Ressource der Mensch bildet.” (Anita Wyss, CIPRA International)

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