Beiträge vom März, 2009

Kunstprojekt fördert regionale Identität

Mittwoch, 18. März 2009 14:20

In der aktuellen Ausgabe des Kundenmagazins “DB mobil” ist von einem wunderbaren Kunstprojekt zu lesen. Die Hamburger Künslerin Clemencia Labin ist die Initiatorin der “Velada Santa Lucia“, die diesen März zum 9. Mal in ihrer venezolanischen Heimatstadt Maracaibo stattfand.

Rund 38 Wohnhäuser stellen die Bewohnerinnen und Bewohner von Maracaibo eine Woche lang Künstlern aus aller Welt zur Verfügung. Die Künstler verwandeln die Wohnzimmer in individuelle begehbare Kunsträume, in denen sie ihre Projekte ausstellen. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher strömen in diesen Tagen in das kleine sonst unscheinbare Viertel in Maracaibo und staunen über den Einfallsreichtum der Künstler und ihrer Gastgeber.

Das Projekt trägt so zur Belebung dieses venezolanischen Wohnviertels bei. Darüber hinaus wertet es die Wohnhäuser und das ganze Stadtviertel auf. Notwendige Reparaturen oder kleine Renovierungsarbeiten werden von den Gastgebern und Künstlern gemeinsam durchgeführt. Der wichtigste Aspekt ist aber wohl, dass die “Velade Santa Lucia” dazu beiträgt, den Zusammenhalt der Gemeinschaft zu stärken und die Identifikation der Bewohnerinnen und Bewohnern mit ihrem Viertel zu steigern. Einfach toll!

Thema: Aktionen, Szeneviertel | Kommentare (0) | Autor: admin

Erkenne! Erschaffe! Verändere!

Dienstag, 10. März 2009 10:57

Die Ausgabe 1/2009 des berliner universellen Studentenmagazins bus beschäftigt sich im Titelthema mit der Einschränkung des freien Gedankenflusses durch die Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge. Julian Nida-Rümelin, Professor der Philosophie, ist der Meinung, dass das Eigenstudium zu kurz kommt und damit auch das Querdenken. Aber gerade das Denken über die gewohnten Bahnen hinaus setzt kreative Prozesse in Gang.

Laut dem Artikel speist sich Kreativität aus drei Grundbedingungen: “Man will sich mit etwas auseinandersetzen, weil man beispielsweise neugierig ist. Man kann sich mit etwas auseinandersetzen, weil man die Fähigken besitzt. Und man darf sich mit etwas auseinandersetzen, weil die Regeln es erlauben.

Die Regeln der straff strukturierten Bachelor- und Masterstudiengänge erlauben dies allerdings nicht mehr. Der Druck ist hoch und Fehler sind nicht erlaubt. “Fehler macht man aber, wenn man konventionelle Pfade verlässt. (…) All die Erfindungen, die das moderne Leben ermöglichen, basieren auf endlosem Scheitern und der schlussendlichen Verwirklichung. Die Aufforderung zur Kreativität muss also die Möglichkeit zum Misserfolg beinhalten.

Können wir es uns leisten, keine Fehler mehr zu machen?

Thema: Geographie | Kommentare (0) | Autor: admin

Spannende Spandauer Vorstadt

Dienstag, 3. März 2009 14:51

Endlich mal wieder in Berlin - ein ganzer Tag, um mich durch die Strassen treiben zu lassen und die Lebendigkeit dieser Stadt zu genießen. Zwei Dinge beeindrucken mich an diesem Tag besonders:

Die mittlerweile weit bekannten Hackeschen Höfe - ein über alle Maßen gelungenes Sanierungsprojekt eines städtischen Wohnquartiers mit einer Reihe von Hinterhöfen. Eine Vielzahl von kleinen Läden und Manufakturen füllen das Quartier mit Geschäftigkeit aus und ziehen zahlreiche Besucherinnen und Besucher in die kleinen Gewerbehöfe. Hier gibt es ausgefallene Regenbekleidung, Perlen für die Schmuckgestaltung, alte Spielwaren und vieles mehr. Nicht zu vergessen das Variete “Chamäleon”, das Arthous-Filmtheater und gastronomische Betriebe, die das Viertel auch in den Abendstunden zu einem attraktiven Anziehungspunkt machen.

Das zweite eindrückliche Erlebnis begegnet mir dann eher zufällig in der Oranienburger Straße. Zwischen den top sanierten Gebäuden mit netten Cafes und Bars erhebt sich plötzlich ein mächtiger baufälliger Komplex. Ein goßes Tor läd mich dazu ein, ein Blick in den Hinterhof zu werfen. Der Hinterhof entpuppt sich allerding als rießige städtische Brachfläche auf der ein Sammelsurium an Kunstgegenständen lagert. In einem Zelt gibt es eine Ausstellung von Eisenskulpturen, die durch eigentümliche musische Klänge untermalt wird. Ich bin total fasziniert. Dies passt so gar nicht in diese Gegend und ist gerade deswegen so spannend. Erst über das Internet erfahre ich, dass es sich um das Kunsthaus Tacheles handelt, das sich Dank des Engagements der Künstlerinitiative Tacheles inmitten der vornehmen Vorstadt Spandau gegen die Wiederstände der Stadtentwicklung halten konnte. Solche Areale machen ein Stadtviertel erst lebendig und lohnenswert es zu erkunden - hoffentlich ist das auch den Damen und Herren Stadtentwickler bewusst.

Thema: Szeneviertel | Kommentare (0) | Autor: admin