Beiträge vom September, 2008

Szeneviertel Neukölln

Montag, 29. September 2008 17:24

Neukölln, ein Stadtteil von Berlin, der bisher eher durch Negativschlagzeilen - wie dem der Rütli-Schule - auf sich aufmerksam gemacht hat, vollzieht bei näherer Betrachtung eine interessante Entwicklung.

Die Ausgangsbedingungen: die prekäre soziale Situation eines großteils der Bewohner, das Zusammentreffen von Menschen aus vielen Ethnien und Kulturen, der wirtschaftliche Strukturwandel und der Verfall der Bausubstanz. Doch junge kreative Köpfe finden hier anscheinend genau dass, was sie brauchen: günstige Räume, kulturelle Vielfalt und somit genügend Gestaltungsspielraum für das Ausleben ihrer Ideen.

Die Kiezkneipe B-Lage bringt die Aufbruchstimmung auf ihrer Internetseite sehr passend auf den Punkt: “am Arsch der Welt”, wo kein Schwein hinkommt, abends tote Hose, keine A-Lage eben. Also dann: Willkommen in der B-Lage!

Es entstehen Cafes, Clubs, Werkstätten, Gallerien und Ateliers. Die Bewohner fühlen sich plötzlich ihrem Quartier verbunden. Neuköllns Image wandelt sich zum Positiven. Hier tut sich was, weil Menschen was bewegen!

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Was machst Du eigentlich?

Sonntag, 28. September 2008 18:14

Diese Frage müssen sich wohl all diejenigen immer wieder stellen lassen, die ihr Leben jenseits des sicheren Arbeitsplatzes meistern müssen oder wollen. Sie sitzen nicht selten an Projekten, die vielleicht nie Aussicht auf Erfolg haben, die sie aber dennoch nicht loslassen. Und dennoch braucht unsere Welt diese Menschen mit ihren kuriosen Projekten.

Mit dem wunderbaren Buch “Wir nennen es Arbeit. Die digitale Boheme oder Intelligentes Leben jenseits der Festanstellung” geben Holm Friebe und Sascha Lobo endlich all denjenigen eine Stimme, “die selbst zu sehr damit beschäftigt sind, ihr Leben und ihre Arbeit auf die Reihe zu bekommen, als dass sie ihren Eltern und dem Staat erklären könnten, was sie da gerade eigentlich tun. Sie nennen es Arbeit“.

Weblog “Wir nennen es Arbeit”

Thema: Querdenker | Kommentare (0) | Autor: admin

“Wer innovativ ist, denkt immer anders”

Freitag, 26. September 2008 16:43

Dieser Titel steht über einem Beitrag von Anita Wyss in der CIPRA INFO Nr. 88/ 2008 und macht deutlich worum es bei der 2. Alpenwoche im Juni 2008 im französischen Pays des Ecrins ging. Unter dem Motto “neues Denken - Neues denken (in den Alpen)” standen Inovationen für die Regionalentwicklung im Alpenraum im Zentrum der Veranstaltungen.

Eine “Innovation” an sich ist nicht per sie etwas positives. Auch die Skilifte und Beschneiungsanlagen galten einst als Innovationen für die Regionalentwicklung im Alpenraum und entpuppen sich heute immer mehr als Relikte der Vergangenheit. Daher hat bei der Alpenwoche auch die Nachhaltigkeit eine bedeutende Rolle gespielt. Zukunftsfähige Ideen müssen nachhaltig sein, sonst entwickeln sie sich schnell zu den Problemen von morgen. Damit zukunftsfähige Ideen entstehen können, sind das Teilen von Wissen und die Ermunterung zum freien Denken auch gegen den Mainstream wichtige Voraussetzungen. Richard Florda spricht hier von Toleranz. Doch genau daran mangelt es oft noch in den Alpenregionen.

Die Idee alleine stellt schließlich noch keine Innovation dar. Denn wie schon der Psychologe M. Csikszentmihalyi feststellte, geht “jede kreative Idee (…) unbemerkt verloren, wenn sie nicht von einem empfänglichen Publikum wahrgenommen und umgesetzt wird.” (siehe Artikel vom 24.09.08) Das Suchen nach Verbündeten und Partnern, das Aufbauen eines Netzwerks und das Schaffen von Vertrauen sind daher Grundvoraussetzungen für die Umsetzung von Ideen. Ideen sind nur dann zukunftsfähig, wenn sie von der ganzen Bevölkerung mitgetragen werden.

Intelligente Regionen sind gefordert, Regionen, die verstehen, dass die wichtigste regionale Ressource der Mensch bildet.” (Anita Wyss, CIPRA International)

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Zukunftsfähig mit Talent, Technologie und Toleranz

Donnerstag, 25. September 2008 15:18

Von der Frage nach der Innovationsfähigkeit von Regionen hängt deren Zukunft ab. Warum gibt es so große Unterschiede zwischen der Zukunftsfähigkeit der Regionen? Das Berlin Institut für Bevölkerung und Entwicklung ist dieser Frage nachgegangen. In der Studie “Talente, Technologie und Toleranz - Wo Deutschland Zukunft hat” (2007) untersucht es die Zukunftsfähigkeit der Regionen nicht anhand von marktwirtschaftlichen Faktoren, wie Bruttoinlandsprodukt oder Pro-Kopf-Einkommenm, sondern nach Kriterien, die der Wirtschaftswissenschaftler Richard Florida in seiner Theorie begründet hat. Demnach ist die Voraussetzung für die Herausbildung einer “kreativen Wirtschaft” eine Gesellschaft in der sich gleichermassen Talente, Technologie und Toleranz entfalten können.

Denn wo die drei Ts zusammentreffen, “sammelt sich eine kritische Masse an Humanvermögen, Infrastruktur und Lebensqualität, die kaum zu schlagen ist: erstens gut ausgebildete Fachkräfte (…); zweitens eine Forschungslandschaft mit qualitativ hochwertigen Ausbildungstätten und der Möglichkeit, das Wissen in gewinnträchtige Erfindungen umzusetzen; und drittens Offenheit und Toleranz gegenüber Migraten, Minderheiten und künstlerisch Akitiven. Denn wo diese Menschen ein Zuhause finden und akzeptiert werden, entsteht ein soziales Klima, in dem sich die Eliten der kreativen Wirtschaft wohl fühlen. Wo diese Eliten leben, denken und arbeiten, entstehen Wohlstand, neue Arbeitsplätze - und ein Umfeld, dass weitere Kreative anlockt und zum Bleiben bewegt.

Die Parallelen zu M. Csikszentmihalyi und P. Meusburger (siehe Artikel vom 24.09.2008) liegen auf der Hand.

Thema: Geographie | Kommentare (1) | Autor: admin