Beitrags-Archiv für die Kategory 'Szeneviertel'

Suboptimale Nutzung lieben lernen

Dienstag, 21. Juli 2009 17:28

Suboptimale Nutzung lieben lernen” so lautet der Titel einer vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung in Auftrag gegebenen Studie. Immer mehr Kommunen stehen vor der Herausforderung leerstehende Gebäudekomplexe und Brachflächen in die Stadtentwicklung zu integrieren. Zwischennutzungen oder auch Nischennutzungen werden oft argwöhnisch beäugt, als Parellelwirtschaften, kleine Biotope oder einfach Spielwiesen. Sie können aber bei gewisser kommunler Förderung und Unterstützung auch großes Potenzial bergen, denn die Nischennutzer “sind oft Macher-Typen mit einem persönlichen Ziel vor Augen, wie zum Beispiel der Selbständigkeit. Um ihr Ziel zu erreichen, bringen sie viel persönliches Engagement in den Prozess ein, da sie Wege gehen wollen, die nicht alltäglich sind.”

Die Studie stellt Beispiele für Zwischennutzungen vor, veranschaulicht die Interessen der Nutzer und die Vor- und Nachteile, die sich für Eigentümer und die Kommune ergeben, geht auf den Planungsprozess hin zu einer Integration der Nischennutzung ein und gibt einen Überblick über die rechlichen Aspekte.

Thema: Geographie, Szeneviertel | Kommentare (0) | Autor: admin

…befreit arbeiten

Mittwoch, 10. Juni 2009 15:39

Raum mit Inhalt füllen, dass ist die Intension des Projektes “citizen space …befreit arbeiten”. In dem historischen Gebäude der ehemaligen Seifensiederei Steinfels im Züricher Westen können Räume tage-, wochen- oder monatsweise angemietet werden. Dass die Räume zur Zeit ausgebucht sind, zeigt wie hoch die Nachfrage nach flexiblen Arbeitsformen geworden ist. Menschen finden sich für ein Projekt zusammen und benötigen Raum, um gemeinsam an ihren Ideen zu arbeiten.  Anschließend löst sich die Arbeitsgruppe wieder auf bzw. findet sich in anderer Zusammensetzung und in anderen Räumlichkeiten für neue Projekte zusammen. Die Flexibilisierung der Arbeitswelt wird in Zukunft noch mehr solcher Raumkonzepte benötigen. Diese müssen auch in der Lage sein verschiedene Bedürfnisse miteinander in Einklang zu bringen.

Für citizen space heißt das: “In charaktervollen Räumen des Industriezeitalters arbeiten, via W-Lan weltweit kommunizieren, am Nebentisch Ideen diskutieren. Und das heisst auch: Die Durchblutung beim Tischfussball anregen, sich mit Kaffee stimulieren oder nach der Arbeit ein Turbinerbräu ab Hahnen geniessen.

In diesem Blog wurde bereits über das Hallenprojekt in Berlin berichtet (siehe Artikel vom 06.10.08). Eine Gruppe Kreativer war auf der Suche nach genau solchen Räumlichkeiten, wie sie das citizen space bereithält. Aus dem Hallenprojekt ist mittlerweile ein Coworking-Netzwerk für Digitalarbeiter und Orte geworden.

Thema: Szeneviertel | Kommentare (0) | Autor: admin

Problemquartier wird Labor der Zukunft

Montag, 27. April 2009 14:22

Im Hamburger Armutsviertel Wilhelmsburg sucht die Internationale Bauaustellung (IBA) Hamburg Antworten auf Fragen nach der Stadt der Zukunft. Drei Leitgedanken stehen dabei im Mittelpunkt:

  • Der Prozess wird bestimmt durch eine intensive Kommunikation mit den Betroffenen. Das Ergebnis ist vollkommen offen.
  • Das Motto lautet “Aufwertung ohne Verdrängung”. Gentrifizierung soll keine Chance haben.
  • Die Schlagworte sind: Bildungsoffensive, Kreatives Quartier, Interkultureller Raum und Klimaschutzkonzepte

Die ZEIT vom 08. April 2009 stellt zurecht die Fragen: Lässt sich soziale Wandlung einfach organisieren? Lassen sich Ideen und Programme oktroyieren? Wenn jetzt Studenten, Künstler, Designer, Architekten, Fimschaffende aus Hamburg, der Bundesrepublik, der ganzen Welt, kurzum: die Speerspitze der “kreativen Klasse”, auf die Elbinsel kommen und für einen geringen Mietsatz Wilhelmsburg von innen heraus zum Labor einer neuen Kultur machen sollen, eilt den ersten Galerien und Ateliers vor allem der Verdacht auf sogenannte Gentrifizierung voraus.

Den Initiatoren und vor allem den Bewohnern bleibt zu Wünschen, dass sie ihr Ziel einer “Aufwertung ohne Verdrängung” erreichen. Dann würde Wilhemsburg wirklich ein Labor der Zukunft und ein Paradebeispiel für eine gelungene Stadtentwicklung darstellen. Warten wir ab, was sich bis 2013 an der Elbe so alles tut.

Thema: Aktionen, Szeneviertel | Kommentare (0) | Autor: admin

Kunstprojekt fördert regionale Identität

Mittwoch, 18. März 2009 14:20

In der aktuellen Ausgabe des Kundenmagazins “DB mobil” ist von einem wunderbaren Kunstprojekt zu lesen. Die Hamburger Künslerin Clemencia Labin ist die Initiatorin der “Velada Santa Lucia“, die diesen März zum 9. Mal in ihrer venezolanischen Heimatstadt Maracaibo stattfand.

Rund 38 Wohnhäuser stellen die Bewohnerinnen und Bewohner von Maracaibo eine Woche lang Künstlern aus aller Welt zur Verfügung. Die Künstler verwandeln die Wohnzimmer in individuelle begehbare Kunsträume, in denen sie ihre Projekte ausstellen. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher strömen in diesen Tagen in das kleine sonst unscheinbare Viertel in Maracaibo und staunen über den Einfallsreichtum der Künstler und ihrer Gastgeber.

Das Projekt trägt so zur Belebung dieses venezolanischen Wohnviertels bei. Darüber hinaus wertet es die Wohnhäuser und das ganze Stadtviertel auf. Notwendige Reparaturen oder kleine Renovierungsarbeiten werden von den Gastgebern und Künstlern gemeinsam durchgeführt. Der wichtigste Aspekt ist aber wohl, dass die “Velade Santa Lucia” dazu beiträgt, den Zusammenhalt der Gemeinschaft zu stärken und die Identifikation der Bewohnerinnen und Bewohnern mit ihrem Viertel zu steigern. Einfach toll!

Thema: Aktionen, Szeneviertel | Kommentare (0) | Autor: admin